Wort zur Woche

von Pfrn. Susanne Michels

Wir sitzen zur Beratung zusammen: Engagierte des Kirchenkreises Prignitz, die sich für die Sanierung des Schulhauses an der Grünstraße in Pritzwalk einsetzen, der Architekt und zwei Investitions- und Fördermittelberaterinnen. In das sanierte Schulhaus soll die Evangelische Stephanus-Grundschule Prignitz einziehen. Es gibt ein Ziel, aber Geld wird noch gebraucht. So sind wir dankbar für die Fachfrauen, die uns Fragen stellen, um sich ein Bild zu machen vom Projekt und den benötigten Mitteln.

Da es ein Projekt des Kirchenkreises ist, fragt die Beraterin auch nach Aufbau und Verfassung der Kirche. „Wer steckt eigentlich dahinter?“, fragt sie. Ich muss schmunzeln über diese Frage, die ich auf verschiedenen Ebenen hören kann: Wer steckt eigentlich dahinter? Hinter dem, was sich Kirche nennt?

Die Beraterin bittet um ein Organigramm der Landeskirche und des Kirchenkreises, und sie fragt nach einer Satzung oder einer ähnlichen Grundlage. Die Grundordnung unserer Landeskirche ist ihre Verfassung. Doch bei der Lektüre der Grundordnung oder der Betrachtung eines Organigramms wird man zwar einiges über die Kirche erfahren, aber die Frage „Wer steckt hinter der Kirche?“ rührt für mich an Tieferes und fordert mich zum Nachdenken:

Hinter der Kirche steckt nicht nur eine Organisation, nicht nur eine Verfassung. Hinter der Kirche – d.h. in der Kirche – stecken viele engagierte Menschen, die miteinander und füreinander kirchliches Leben gestalten. Und Gott steckt hinter der Kirche, zu dem wir in der Kirche beten, dem wir in der Kirche Lob und Dank singen und sagen, dessen Nähe und Trost wir in der Kirche erfahren.

Eine überraschend pfingstliche Frage ist es, die so mein Nachdenken anregt. Zu Pfingsten feiern Christinnen und Christen den Geburtstag der Kirche. Zu Pfingsten wird die Geschichte erzählt von der kleinen Gruppe von Menschen, die mit Jesus unterwegs waren. Nach seiner Himmelfahrt blieben sie allein und ängstlich zurück. Bis zum Pfingstfest. Da erfüllte Gott diese ängstlichen und orientierungslosen Menschen mit seinem Geist, mit Heiligem Geist. Die Geistkraft gab ihnen Mut, von dem zu reden, was sie begeisterte. Der Heilige Geist schuf aus der kleinen ängstlichen Schar, die erste kirchliche Gemeinschaft. Der Geist Gottes steckt hinter dem, was sich Kirche nennt!

In einem Organigramm ist der Geist Gottes nicht zu erfassen. Doch die Geistkraft Gottes ist zu erleben in den Kirchengemeinden, im Kirchenkreis, in der Landeskirche. Der Heilige Geist ist wirksam in guten Ideen, in Mut und Kraft engagierter Menschen, sich einzusetzen. Und das nicht nur zu Pfingsten.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 3.