Wort zur Woche

von Dr. Elisabeth Hackstein

Fürchte dich nicht!

Verunsicherungen und Zweifel, weil sich bisherige Gewissheiten als trügerisch erwiesen haben, sind derzeit meine Begleiter. Anhaltende Dürre in der Prignitz und jetzt die Tornados in Paderborn halten uns die Folgen der menschengemachten Klimaveränderungen drastische vor Augen. Die sich häufenden roten Kacheln in meiner Coronawarnapps erinnern mich daran, dass wir bleibend mit der Pandemie leben müssen. Und der Krieg in der Ukraine hat den Traum eines dauerhaften Friedens in Europa jäh zerstört.

Da wünsche ich mir manchmal Trost wie ein Kind, wie mich meine Mutter getröstet hat, mit warmen Armen, die mich fest umschlossen und an ihren weichen Körper gedrückt haben. Sie sagte meinen Namen, denn ich war ihre Elisabeth und ihre tröstenden Worte waren mein Begleiter auf der Entdeckungsreise in mein junges Leben. Sie haben mir Mut gegeben, weil ich wusste, wo ich sicher war, wenn der Weg in die Selbstständigkeit mit aufgeschlagenen Knien, seelischen Verletzungen und Tränen endete.

Auch jetzt habe ich ein tröstendes Wort als Begleiter durch alle Verunsicherungen. „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ Heute versichert mir Gott, dass ich mit meinen Verunsicherungen und Ängsten nicht allein bin. Sicher, der Prophet Jesaja, der es als Wort Gottes an das Volk Israel überliefert, hat davon gesprochen, dass Gott sein Volk aus der Sklaverei erlöst und 40 Jahre durch die Wüste geführt hat, bis es als befreites Volk im eigenen Land lebte.

„Fürchte dich nicht“, der Ruf gilt auch uns als einzelne, weil Gott keinen Menschen mit seiner je eigenen und einmaligen Lebensgeschichte vergisst. Gott kennt jede und jeden von uns und ruft uns beim Namen, weil er eine Beziehung zu uns will als unser beschützender Begleiter, besonders in diesen krisenhaften Zeiten, die uns viele Lasten auferlegen. Die Lasten beiseite räumen, Frieden unter Nationen und mit der Natur schließen, das müssen wir. Aber Gott ist da, um uns in den Nöten beizustehen, damit wir die Aufgaben, die vor uns liegen, mit Mut und Tatkraft anpacken. Denn er kennt uns mit Namen, wir sind sein.

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