Wort zur Woche

von Pfarrer Andreas Deckstrom

„Die Schule geht wieder los…“

Gemischte Gefühle verband ich mit dem Schulbeginn nach den Sommerferien. Einerseits war die Ferienzeit schön: der gemeinsame Urlaub mit der Familie, keine Hausaufgaben, keine Klausuren. Andererseits freute ich mich auch auf meine Freunde, die Klassenausflüge.

Es waren gemischte Gefühle. Doch diese Gefühle kannte ich ja vom letzten Jahr. Letztlich hat es sich dann doch alles ganz gut gefügt.  Es war vertraut und die Schule konnte wieder losgehen.

Corona, Wechselunterricht, Maskentragen, Distanzunterricht etc. kannten wir damals nicht. Es war Montag. Die Schulwoche begann. Wir hatten Mathe in der ersten Stunde. Der Raum war oben in der 1. Etage, 114.0. Ich setzte mich auf meinen „Stammplatz“, neben meinem Kumpel. Der Lehrer begann pünktlich den Unterricht. „The same procedure as last week.“ Das war mir vertraut. Ich kannte es nicht anders.

Nun beginnt wieder die Schule. Es gibt Kinder und Jugendliche, für die war es auch vertraut: der Montag nach dem Wochenende, der Raum, die Sitzordnung etc. Doch dann kam die Pandemie im letzten Frühjahr. Vieles änderte sich, schlagartig: geschlossene Schulen, Distanz- und Wechselunterricht. Unsicherheit statt Sicherheit. Es gibt aber auch Kinder, denen diese Unsicherheit vertraut ist. Sie kennen nur „Schule in Zeiten der Pandemie“. Ihre Schule begann im letzten Jahr. Jetzt beginnt das 2. Schuljahr für sie.

Ich kannte „Schule in Zeiten der Pandemie“ nicht. Und ich habe großen Respekt vor den Betroffenen: Kindern und Jugendlichen, Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Familienangehörigen. Ich wünsche ihnen, dass dieses Schuljahr anders wird. Bestimmte Maßnahmen und Regeln werden sicher bleiben, hoffentlich nicht mehr allzu lang. Ich wünsche ihnen ein Schuljahr in den Klassen mit Wandertagen und Sportfesten, Konzerten und Abschlussbällen.

Ich blicke auch mit einem „mulmigen Gefühl“ auf die nächsten Wochen und Monate. Das möchte ich hier nicht verschweigen. Doch letztlich liegt es auch an mir, ob eine positive Entwicklung möglich ist. Nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer gelten Regeln, die sie vor Krankheit schützen sollen. Auch ich muss im privaten Bereich auf mich und andere Menschen Acht geben. Ich bin mitverantwortlich dafür, ob das Schuljahr anders und hoffentlich besser wird.

Zum Schulbeginn gibt es für die Erstklässlerinnen und Erstklässler Schultüten. Das war schon zu meinem Schulstart so. Ich möchte ihnen allen, die in und an der Schule tätig sind, auch etwas schenken, für die kommende Zeit:

Gottes guter Segen sei mit euch! Um euch zu schützen, um euch zu stützen auf euren Wegen.
Gottes guter Segen sei vor euch! Mut, um zu wagen, nicht zu verzagen auf allen Wegen.
Gottes guter Segen sei über euch! Liebe und Treue immer aufs Neue auf euren Wegen.
Gottes guter Segen sei um euch! Heute und morgen seid ihr geborgen auf allen Wegen.
Gottes guter Segen sei in euch! Sucht mit dem Herzen, leuchtet wie Kerzen auf allen Wegen.“
(Rolf Krenzer)

Einen guten Schulstart und eine gesegnete Woche!

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