Wort zur Woche

von Pfarrer Norbert Merten

„Was wird uns das Jahr 2020 bringen?“

Geht es Ihnen auch so, wie mir? Ich mache mir schon einige Gedanken über die Zukunft. Was wird da wohl alles auf uns zu kommen? Es bewegt mich sehr, wenn ich an geliebte Menschen denke, die mit Krankheiten belastet sind. Ich denke an Zeiten, wo ich mich in Unruhe und wie getrieben erlebe. Besorgt bin ich oft über die große Unzufriedenheit und den Unfrieden, den ich um mich herum in unserer Welt wahrnehme.

Doch, es gibt auch viele positive Ereignisse, die ich mit Spannung erwarte. Da können runde Geburtstage gefeiert werden. Und ich freue mich über die Entwicklung unserer Enkel, die im nächsten Sommer zur Schule kommen.

Schön, dass mir immer wieder Worte ins Herz fallen, die mich auf einen guten Weg bringen. Ein solches Wort ist für mich der Wochenspruch, der uns ab Sonntag in die neue Woche begleiten will:

„Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ (Johannes 1,16)

Wir müssen nicht nur das weiter mitnehmen, was unser Leben belastet und beschwert. Denn dafür ist Gott ja in Jesus Christus in diese Welt hineingekommen, dass er uns die Lasten abnimmt oder tragen hilft. Die Frage stellt sich aber immer wieder: Wie dicht darf ER an uns herankommen? Oder anders gefragt: Wie dicht lassen wir IHN an uns heran? Was darf ER in unserem Leben mitgestalten oder auch verändern?

Viele erleben es als unangenehm oder aufdringlich, wenn man ihnen zu dicht auf den Pelz rückt. Bei Gott entscheidet jeder selbst, wie nahe wir ihn wirklich an uns heranlassen. ER akzeptiert unsere Entscheidung. Und doch ist ER uns auch schon immer ganz nah – ob wir das so sehen, oder nicht. Und Gott macht durch sein Wort deutlich, dass sein Wirken aus Liebe zu uns geschieht.

Wenn wir von Menschen sprechen, die liebevoll fest zueinander halten, sagen wir: „Da passt kein Blatt dazwischen.“ So möchte auch das Verhältnis zwischen Gott und uns sein. Weil ER uns so nahe ist, ganz natürlich, ohne sich aufzudrängeln, können wir dann auch spüren, wie ER uns immer mehr Anteil gibt an seiner Fülle. Und wir entdecken: Wir werden ständig beschenkt. Und das nicht, weil wir so viel Gutes tun, sondern weil wir in seiner Liebe leben.

Da ist ER immer an unserer Seite. Da sind Menschen, die uns in guter Weise begleiten. Da stecken Fähigkeiten in uns, die zum Segen für uns andere werden können. Da geschieht Bewahrung, für die wir dankbar sein dürfen. Und wir merken: Gottes Nähe tut gut. Und vielleicht können auch wir dann sagen: „Zwischen mir und Gott, da passt kein Blatt dazwischen.“

So wünsche ich für die vor uns liegende Woche und dann auch durch das ganze Jahr 2020 hindurch, dass wir seine Nähe zulassen und erleben: „Von seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade.“

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