Wort zur Woche

von Dr. Elisabeth Hackstein

Suche Frieden und jage ihm nach

„Eins, zwei, drei im Sauseschritt, saust die Zeit wir sausen mit.“ Was für uns Kinder ein übermütiger Reim war, erleben wir Erwachsenen als unaufhaltsamen Weg durch die Zeit. Und jedes Sylvester sagt uns, dass wir ständig unterwegs sind. Ein neues Jahr liegt als unbekannter Teil unseres Lebens vor uns. Werden wir in 2019 unsere beruflichen und familiären Pläne verwirklichen können? Werden wir das Jahr gesund überstehen? Und mit Blick auf den Terror, der selbst vor Weihnachten nicht Halt macht, und die vielen Kriegsgebiete dieser Welt beten wir Christen, dass Gott uns ein friedliches Jahr schenkt.

Die Evangelische Kirche stellt jedes Jahr unter ein Bibelwort. Für 2019 ist ein Vers aus dem 34. Psalm ausgelost, der treffend für unsere Zeit sagt: „Suche Frieden und jage ihm nach“. Das Wort wird David zugesprochen, der sich als König durch Weisheit ausgezeichnet hat. Er wird in jungen Jahren von dem mächtigen König Saul verfolgt. Sein Leben ist in Gefahr, weil Saul von Neid und Hass getrieben in der Angst lebt, Macht und Ansehen zu verlieren. Und David antwortet seinem Verfolger mit „Schalom“.

Schalom bedeutet mehr als Frieden. Es beschreibt das Ende von Hass, Krieg und Gewalt. Schalom spricht von tiefer Sehnsucht nach einer Welt, in der Menschen in Achtsamkeit zusammen leben. Wer seinen Nächsten mit Schalom grüßt, wünscht ihm ein Leben in Sicherheit, Wohlbefinden und Gesundheit. Dem, der sein Leben bedroht, schickt David alle guten Wünsche für ein zufriedenes, erfülltes Leben.

„Suche Frieden und jage ihm nach“. David weiß, Frieden ist zerbrechlich ist und muss immer wieder hergestellt werden. Und so hilflos wir uns fühlen, wenn die Nachrichten die grausamen Kämpfe in Syrien und Yemen in unsere geschützte Welt tragen, unser Beitrag für den Frieden in dieser Welt fängt hier an.

Die Predigten in unseren Gottesdiensten beginnen mit dem Pauluswort „Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus“. Paulus weiß, die Sehnsucht nach Frieden lebt in uns, aber nicht der Friede. Den müssen wir suchen, ihm nachjagen, ihn von Gott erbitten. Wenn Gott uns die Kraft gibt, dann werden wir Neid und Missgunst, Rechthaberei und die Sorge, zu kurz zu kommen, überwinden und unseren Mitmenschen Schalom wünschen, mit ihnen versöhnt leben. Dann haben wir in einem kleinen Teil dieser Welt Frieden geschaffen – und werden Kraft finden, unsere Stimme gegen Krieg und Terror in der Welt zu erheben.

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