Moment Mal

von Pfarrer Gérôme Kostropetsch

Viel ist nicht mehr dran am Jahr 2023. Noch ein guter Monat und wir haben den Jahreswechsel.
Eine Gelegenheit, auf die vergangenen Monate zurückzublicken und sie Revue passieren zu lassen. Was habe ich erlebt, welche Menschen sind mir begegnet, was lief gut, was will ich zukünftig ändern? Ein bisschen haben wir ja noch von diesem Jahr.

Etwas anders verhält es sich da mit dem Kirchenjahr. Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Den Abschuss hat der letzte Sonntag, der sogenannte Toten- oder Ewigkeitssonntag, gebildet. In den Gottesdiensten an diesem Tag wurde auch zurückgeblickt. Hierbei der Fokus auf den Gemeindegliedern, die im vergangen Kirchenjahr verstorben sind. Ihrer wird gedacht, in dem die Namen verlesen und dazu Kerzen entzündet werden. Nicht zuletzt beten wir für die Verstorbenen und die Hinterbliebenen.

Sich an die lieben Menschen zu erinnern, die bereits gegangen sind, kann schmerzlich sein. Was wir miteinander erlebt haben, ist vergangen und kann nicht wiederholt werden. Gleichzeitig merke ich im Erinnern, dass ich nicht nur Trauer über den Verlust empfinde. Es mischt sich auch Dankbarkeit mit hinein. Dankbarkeit über jeden Moment, den ich mit der geliebten Person erleben durfte.

Wunderbar ist es für mich, wenn ich mich nicht allein erinnere, sondern das mit anderen Teilen kann. Ich denke an die Gespräche mit meinen Cousins und Cousinen, wenn wir uns an unseren Opa erinnern. Anfänglich eine etwas gedrückte Stimmung, denn natürlich ist es traurig, dass er nicht mehr da ist. Doch immer wieder schlägt die Stimmung um. Plötzlich sind wir fröhlich, erzählen uns die Anekdötchen, die wir mit Opa erlebt haben und lachen gemeinsam.

Ja, im Erinnern und Erzählen, ist uns Opa wieder ganz nahe, ist der geliebte Mensch in unseren Herzen bei uns.
Ich glaube, dass auch wenn der Körper stirbt, die Seele lebendig bleibt und bei Gott aufgehoben ist. Und ich bin mir sicher, dass auch etwas von dem geliebten Menschen in mir lebendig bleibt. Denn Begegnungen prägen uns, gerade wenn es sich um Familienangehörige oder sehr gute Freunde handelt, mit denen ich viel Zeit verbracht habe.
Sie bleiben lebendig im Erinnern, Erzählen und in dem, was ich von ihnen angenommen habe, was sie mir gezeigt und beigebracht haben und wie sie meinen Blick auf das Leben geprägt haben.

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