Moment Mal

von Superintendentin Eva-Maria Menard

Worte finden

Ich bin eine Wortefinderin, das ist Teil meines Berufs, der offene Ohren braucht und gute Worte. Manchmal mag ich nichts mehr hören und bisweilen bin ich sprachlos, mir fehlen einfach die Worte. Dann bin ich dankbar, wenn ein anderer mit mir gemeinsam nach Worten sucht.

Vier Augen sehen mehr als zwei, heißt es zu Recht. Oft finde ich gute Worte in der Bibel, z.B. in den alten Klageliedern des Volkes Israel. Wenn ich gar nicht mehr weiter weiß, leihe ich mir ihre Worte und bete mit ihnen: Die Strudel ziehen mich nach unten, und die Fluten schlagen schon über mir zusammen. Ich habe mich heiser geschrien und bin völlig erschöpft. Gott, schon früh am Morgen hörst du mein Rufen. In aller Frühe bringe ich meine Bitten vor dich und warte sehnsüchtig auf deine Antwort. Denn zum Unrecht kannst du nicht schweigen...

Immer wieder motivieren mich auch Jesu Glücklichpreisungen: Glücklich sind, die auf Frieden bedacht sind, denn sie werden die ganze Erde besitzen. Was für ein toller Gedanke, dass Friedensstifter glücklich sind!

Neulich fand ich bei Udo Lindenberg Worte, die überraschend gut meinen Gemütszustand beschreiben. Und die teile ich hier einfach mal für mich und Dich.

Nun steh ich hier mit meinem kleinen Glauben
Wie lange hält man das denn aus?
Ja, muss denn diese Welt, wenn ich irgendwann mal geh’n muss,
immer noch so sein wir ein Irrenhaus?

Der Text stammt aus dem Jahr 2000. Ja, auch schon im Jahr 2000 schien die Welt verrückt, wie ein Irrenhaus. Ach, wenn das Jahr 2000 wüsste, wie es jetzt dem Jahr 2023 so geht. Zum Verrücktwerden, oder?

Gott, wenn es dich gibt
Wie immer du auch heißt
Und trägst du noch so viele Namen
Gott, wenn es dich gibt
Allah, Jesus, Buddha - und alle,
Die vor und nach dir kamen

Gib mir die Power
Ich will dafür steh'n
Die Welt zu ändern
Das muß doch geh'n

Ich wollte die Welt
Wenn ich mal wieder gehen muß
Besser zurücklassen
Als ich sie bei meiner Geburt
Vorgefunden hab

Udo Lindenberg, Christinnen und Christen bitten mit ihren eigenen oder geliehenen Worten um Gottes Kraft, Frieden zu stiften, Haltung zu zeigen, wo Menschen diffamiert werden: Sie bitten um offene Ohren und um’s gute Wortefinden im Miteinander. Helfen Sie mir suchen?

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