Moment Mal

von Pfarrer Olaf Glomke

Das Leben hört nicht auf

Schon Zeit für Rückblicke? Noch nicht wirklich. Das Jahr 2021 zählt noch 103 Tage. Und die Tage wollen gelebt werden! Mit dem Blick in den Rückspiegel nach vorn schauen. Ein offensichtlicher Widerspruch, dennoch ein reizvoller Gedanke.

An die Regeln und Einschränkungen der vergangenen anderthalb Jahre erinnern wir uns nur zu gut. Der Bilder aus Bergamo. Vollbelegte Intensivstationen. Erschöpfte Ärzte und Pflegekräfte. Die Verunsicherung ist geblieben: „Was wird das noch mit uns und dem Virus werden?“ Und als würde das nicht schon genug sein: Starkregen. Überschwemmungen. Menschen verlieren ihr Leben. Existenzen werden zerstört. Landstriche verwüstet. Auch das reicht noch nicht: Afghanistan. Eine politische und humanitäre Katastrophe.

„Das Leben wird nicht aufhören!“ Die Bibel erzählt hoffnungsfrohe Geschichten. „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (1. Mose 8,22) Allerdings auch diese Geschichte beginnt mit einer Katastrophe. Die Menschen haben es geschafft, die Regeln der Welt auf den Kopf zu stellen. Sie haben die Erde an den Rand getrieben.

Noah soll eine Arche bauen. Ein Rettungsschiff. So recht weiß er selbst nicht, ob das Sinn macht. Als sich hinter den Menschen und Tieren das Tor der Arche schließt, versinkt Noahs Welt in den Wassermassen. Am Ende geht die Geschichte gut aus. Die Arche setzt auf. Man hat überlebt! Alles auf Anfang. - Nicht ganz. Der Blick in den „Rückspiegel“ bleibt ja. Und nach vorn? Da setzt Gott seinen bunten Regenbogen an den Himmel. Als Zeichen. Als Zusage: „Das Leben wird nicht aufhören!“.

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