Moment Mal

von Superintendentin Eva-Maria Menard

Verzweifelte Menschen drängen sich am Flughafen in Kabul, bis an die Zähne bewaffnete Soldaten versuchen im Chaos die Ordnung zu wahren, weinende Babys werden über Stacheldraht gehoben. Frauen werfen sich schnell das blaue Stoffgefängnis um, Männer verbrennen die bei den Westmächten erworbenen Zertifikate. Schreckensbilder habe ich im Kopf, wenn ich an Afghanistan denke.

“Nicht wahr? Es dauert nicht mehr lange,
dann es ist aus mit den Gewalttätern,

die Schwätzer sind am Ende.
Vernichtet sind alle, die Böses im Sinn hatten.

Niemand verleumdet mehr andere vor Gericht
oder stellt dem eine Falle, der im Tor Urteile fällt.
Keiner bringt den Unschuldigen grundlos um sein Recht.“

So steht es in der Bibel bei Jesaja und diese wunderbaren Bilder kriege ich so gar nicht mit den anderen Bilder in meinem Kopf zusammen.

Aber dann begreife ich: Jesaja lebte damals - vor 2500 Jahren - selbst in einer Realität von Krieg und Gewalt. Er will seinen alltäglichen Schreckensbildern etwas entgegensetzen. Er malt Hoffnungsbilder, damit sich seine Landsleute vorstellen können, wie es wäre, wenn sie anfangen würden, ihr Leben von der Hoffnung, nicht vom Schrecken bestimmen zu lassen. Und so formuliere ich den alten biblischen Text um und spüre, wie mir das Hoffnung schenkt und Kraft, mich einzusetzen für dieses Bild des Friedens.

Nicht wahr? Es dauert nicht mehr lange, dann wird in Afghanistan Frieden sein.

Denn es ist aus mit den Gewalttätern.
Vernichtet sind alle, die Böses im Sinn hatten.

Die Menschen können in Freiheit ihr Land aufbauen. Niemand muss mehr fürchten, dass die Würde eines Menschen verletzt wird. „Keiner bringt den Unschuldigen grundlos um sein Recht.“ Die Religionen leben friedlich miteinander.

Dass einst Perser, Briten, Russen und die NATO Gewalt ausübten, steht nur noch in den Geschichtsbüchern. Der frühere Terror der Taliban gilt als Mahnung, dass sich so etwas nie wiederholen darf.

Mädchen und Jungen drücken gemeinsam die Schulbank. Frauen dürfen den Schleier tragen oder ablegen, es ist ihre Entscheidung.

Die ethnischen Gruppen bilden eine demokratischen Regierung. Die Wirtschaft blüht, der Drogenanbau nicht. Niemand möchte sein Land verlassen.

Es dauert nicht mehr lange, dann wird in Afghanistan Frieden sein.


Wenn Sie konkret Hilfe leisten möchten, dann ist das z.B. hier möglich:

Der Afghanische Frauenverein www.afghanischer-frauenverein.de oder
Private Hilfsorganisation Patenschaftsnetzwerk Afghanische Ortskräfte www.patenschaftsnetzwerk.de

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