Moment Mal

von Pfr. i.R. Stephan Flade

Bevor Sie behaupten

Bevor Sie behaupten das Bild hängt schief... Da kann man sich einiges vorstellen. Die Werbung einer Glaserei, um geschmackvolle Rahmen für Plakate zu verkaufen. Vielleicht sogar ein Tipp für einen Atelier-Besuch bei einer imaginär gestaltenden Künstler*in im Prignitzer Milieu. Die Radfahrt dahin durch die frühlingsbunte Landschaft wird bereits zum Erlebnis. Und der Einblick in neue Lebenswelten wird zur Offenbarung für unerwartete Sichten. Der Satzanfang regt unsere Fantasie an, um ein wenig aus der kontaktlosen Pandemie-Zeit in Traumwelten zu entgleiten. Anregungen brauchen wir zur Stärkung unserer (Über-)Lebenskräfte in der schwer abschätzbaren Dauer-Pandemie.

Frauen und Männer aus unterschiedlichen Berufen, Lebensaltern, Herkünften, mit Pritzwalk-Bezug hatten in Corona-Zeiten Lust zum Gestalten. Es sollte um Lebensthemen wie Verantwortung, Zeit, Freiheit, Worte, Begegnungen, Zukunft, Kunst und Nutzen gehen. Wir streuten diese Themen wie Samen unter uns aus und riefen zu Wachstum und Kreativität. Jede/r sollte im eigenen Stil Beiträge schreiben, auch zur Veröffentlichung. Es brauchte Zeit. Bei manchem schneller, bei mancher länger.

Nach gut einem Jahr legen wir eine Prignitzer Anthologie vor, zusammengetragen zum Rätseln und Entdecken. Von einer großartigen jungen Grafikerin gestaltet und ins Bild gesetzt. Die Pritzwalker Kunstfreunde übernahmen die Federführung. Dabei wurden Prignitzer Lebenserfahrungen komprimiert und als Zeitbild für 2020/2021 festgehalten. Man wird entdecken, wie die Autor*innen die Corona-Pandemie schöpferisch umgesetzt und produktiv gemacht haben. Später...

Eine kleines Abschweifen: Die beunruhigten Geister der Initiative „Frühling in der Prignitz - Wir wollen wieder so frei leben wie 2019“ beklagen die komplizierte persönliche wie gesellschaftliche Situation. Jedoch sie legen Beschwerde ein. Bei wem? Wofür? Durch wen? Sie werden nicht produktiv. Mir scheint dies zu kurz gesprungen und im nassen Graben der Verzweiflung gelandet.

Akzente setzen, produktiv werden, gemeinsam einen veränderten Weg gehen und somit loslassen vom behaglichen alten Jahr 2019. Das setzt Kräfte frei und verbeißt sich nicht in Unlösbarkeiten. Bevor Sie behaupten das Bild hängt schief... überprüfen Sie bitte Ihren Standpunkt. Handeln Sie, ohne sich zu beklagen. Gefährt*innen werden Sie finden. So ging es auch nach Ostern weiter.

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