Moment Mal

von Pastor Andreas Ruthard

Begnadigt

Eine wahre Geschichte: Vor sehr langer Zeit sitzt ein junger Mann in der Todeszelle eines Gefängnisses. Menschen bemühen sich um ihn; besuchen ihn, wollen ihm helfen. Jeden, der seine Zelle betritt, pöbelt, schreit und beschimpft der junge Mann. Angehörige und Freunde setzen sich beim Gouverneur des Staates zu seiner Begnadigung ein; dieser willigt ein; er selbst schreibt die Begnadigung und begibt sich ins Gefängnis, um dem jungen Mann diese persönlich auszusprechen und zu überreichen.

Kaum betritt der Gouverneur die Zelle, pöbelt, schreit und beschimpft der junge Mann ihn, ohne ihm die Möglichkeit zu geben, auch nur ein Wort zu sagen. Der Gouverneur verlässt die Zelle ohne ein Wort und geht. Der Wärter fragt den jungen Mann, ob er nicht wüsste, wer das war. Der junge Mann wird hingerichtet.

Als ich diese Geschichte las, dachte ich an mein eigenes Leben und an viele Menschen um mich herum. Viele Jahre war ich überzeugter Atheist und hatte mit Gott "nichts am Hut". Im Gegenteil, wenn ich von einer Sache überzeugt war, dann davon, dass das Christentum nichts taugt; nur hatte ich mich nie mit dem christlichen Glauben eingehend beschäftigt.

Das änderte sich für mich zu meinem eigenen Erstaunen, als ich anfing, die Bibel zu lesen. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet, "denn Gott ist ja doch tot", so war ich überzeugt.

Ich erlebte beim Bibellesen, wie diese Worte Gottes mich ganz persönlich ansprachen, in meine Lebenssituationen und Fragen. Damit beantwortete sich für mich die Frage der Existenz Gottes! Wie kann jemand, der tot sein soll, so konkret durch seine Worte zu mir reden.

Ich erkannte: Gott lebt! Und nicht nur das, sondern in Seinem Sohn Jesus Christus ist Er auf mich und uns Menschen zugegangen. Ich begriff, dass die Schuld, die Ursachen von Problemen nicht immer bei anderen liegt, sondern bei mir selbst. Ich selbst bin schuldig vor Gott und Menschen geworden, brauche Vergebung und erkannte, das genau schenkt Jesus Christus mir. Vergebung, einen Neuanfang – und den brauch ich immer wieder mal. Darüber hinaus "Ewiges Leben", ein Leben, das mit dem Leben hier nicht endet, sondern nach dem Tod eine Fortsetzung hat. Darüber hatte ich früher gelacht.

Ich begriff, die Bibel ist ein Testament, ein Vermächtnis an uns, in dem Gott, der Schöpfer zeigt, was Er uns schenkt! Ja, begnadigt! Ich bitte Sie, dieses Geschenk Gottes nicht zurückzuweisen, sondern anzunehmen, Denn dieser Gott begegnet uns mit Liebe und Entgegenkommen!

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