Verabschiedung von Superintendentin Eva-Maria Menard

von Ev. Kirchenkreis Prignitz

Eigentlich sind die Kirchen am ersten Sonntag nach Weihnachten oft weniger gefüllt. In der Perleberger St. Jacobi-Kirche war es am 28. Dezember 2025 anders: viele Menschen aus Gemeinden, kirchlichen Gremien und dem öffentlichen Leben der Prignitz waren gekommen, um Superintendentin Eva‑Maria Menard zu verabschieden. In diesem Gottesdienst wurde sie nach fast neun Jahren aus ihrem Amt entpflichtet.

Eva‑Maria Menard hatte sich für ihren Abschied einen besonders musikalischen Rahmen gewünscht – und dieser Wunsch prägte die Feier spürbar. Chor, Saxophonist Clemens Hoffmann, Bläserinnen und Bläser, Orgel und Gemeinde gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Die Liturgie lag in den Händen der Perleberger Ortspfarrerin Verena Mittermaier; die musikalische Leitung hatten Kirchenmusiker Andreas Behrendt sowie KMD Michael Schulze.

In ihrer Predigt bezog sich Eva-Maria Menard auf Hiob 42, 1–5, in  in dem er zur Erkenntnis kommt, dass es nicht die Antworten seien, die unser Leben bestimmen würden, sondern die Fragen. Und so wünscht sich Eva-Maria Menard, dass viel mehr Fragen gestellt werden im Dialog miteinander, in der Kirche, in Stadt und Land sowie in der großen Politik. Zugleich warnte sie davor, vorschnell in fertigen Schubladen zu denken. Als Bild griff sie eine Postkarte auf, die an der Tür ihres Perleberger Arbeitszimmers gehangen hatte: „Ich war so stolz auf die Lösung, aber leider hat sie nicht zum Problem gepasst.“ Damit verband sie die Bitte, genau hinzusehen, zuzuhören und die passenden Fragen zu stellen – statt Antworten von gestern auf Fragen zu geben, die heute ganz anders lauten.

Die offizielle Verabschiedung nahm Generalsuperintendent Kristóf Bálint vor. In einem gewünschten kurzen Rückblick lies er ihre Prignitzer Amtszeit Revue passieren. Er erinnerte daran, dass die Berlinerin, als sie in die Prignitz kam, den Führerschein machte, dass ihr gute Kirchenarbeit im ländlichen Raum wichtig gewesen sei. In ihre Amtszeit fiel die Fusion der Kirchenkreise Prignitz und Kyritz-Wusterhausen, die Gründung der evangelischen Grundschule in Pritzwalk aber auch die Entstehung von sogenannten "Dritten Orten" wie Marthas Tisch in Wittenberge. Nun lege sie den Taktstock in der Prignitz nieder, schlage neue kompositorische Seiten in ihrem Leben auf. Segensworte von den beiden stellvertretenden Superintendenten Holger Frehoff und Alexander Bothe sowie Christoph Brust, Kollegialer Leiter des Kirchenkreises Barnim, waren der Abschluss der Entpflichtung.

Nach dem Gottesdienst kamen viele der Anwesenden noch zu einem Empfang im Restaurant L’Italiano zusammen. Unter den Gästen war Perlebergs Bürgermeister Axel Schmidt, der der scheidenden Superintendentin für die gute und verlässliche Zusammenarbeit dankte. Er erinnerte an gemeinsame Wege bei großen Anlässen, etwa beim Landes-Ernte-Dank-Fest 2023 in Perleberg sowie beim Brandenburg-Tag 2025. Die Kolleginnen und Kollegen der Superintendenten-Ebene des Sprengels Potsdam unterhielten die Gäste mit Weihnachtsliedern und persönlichen Erinnerungen. Auch Präses Christian Kirsch blickte auf die gemeinsamen Jahre zurück und verabschiedete sich mit einem Geschenk im Namen des Kirchenkreises und der Kreissynode.

Für den Evangelischen Kirchenkreis Prignitz endete mit diesem Gottesdienst eine prägende Amtszeit. Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin stand zum Zeitpunkt der Verabschiedung noch nicht fest: das Verfahren zur Besetzung wird 2026 weitergeführt.

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