Neue Glocken für St. Jacobi in Perleberg

von Ev. Kirchenkreis Prignitz

Nun ist es in den Turm eingebracht, das neue Bronzegeläut für die St. Jacobi-Kirche Perleberg! Sechs Glocken mit einem Gesamtgewicht von 8,32 Tonnen haben per Kran die neue Glockenebene auf 37 m Höhe erreicht. Dort wird nun der neue Glockenstuhl um die Glocken herum eingebaut, der von der Firma Müller aus Thalheim bereits vorbereitet wurde. Zugrunde liegt die Tragwerksplanung des Ingenieurbüros Kempe aus Dresden. Firma Walter Glockenläuteanlagen und Turmuhren KG aus Luckau schließlich übernimmt die Montage und Steuerung des Geläuts.

Zu Beginn des Einhubs haben sich am Montagmorgen nach Palmarum trotz regnerischen Wetters rund 200 Menschen auf dem Kirchplatz eingefunden, um das seltene Schauspiel zu beobachten. Der Evangelische Posaunenchor Perleberg und das „Junge Blech“ untermalten musikalisch den besonderen Moment, geleitet von Kantor Andreas Behrendt. Pfarrer Valentin Kwaschik und Pfarrerin Verena Mittermaier begrüßten die Gäste im Namen der Ev. Gesamtkirchengemeinde Perleberg-Land. Gerhard Gundske schilderte als Vertreter des Gemeindekirchenrates, wie es zu dem neuen Geläut kam. Den herzlichen Dankesworten an Spender und Fördermittelgeber folgte ein mit dem Singkreis Berge gemeinsam gesungener Kanon „Ding dong bells“.

Die sechs Bronzeglocken bringen eine Vorgeschichte mit. Von 1961-2014 läuteten sie in der katholischen Kirche St. Josef in Essen-Kuperdreh. Diese Kirche existiert mittlerweile nicht mehr, weshalb das Geläut zur Versteigerung angeboten wurde. 2021 konnte es nach Perleberg geholt werden, um die beiden provisorischen Stahlgussglocken abzulösen, die seit dem Kirchturmbrand 1916 in St. Jacobi ihren Dienst taten. Den Flammen fielen damals die fünf mittelalterlichen Bronzeglocken zum Opfer.

Feierlich eingeweiht wird das neue Perleberger Geläut am Sonntag, den 21. Juni 2026 um 17.00 Uhr mit einer Aufführung des Oratoriums „Das Lied von der Glocke“ und anschließendem Festakt. Interessierte Sängerinnen und Sänger sind eingeladen, für dieses Ereignis im Projektchor mitzuwirken.

Die Bauarbeiten am Kirchturm St. Jacobi gehen einstweilen weiter. „Der erste Bauabschnitt befindet sich auf der Zielgeraden; im Mai soll der zweite Bauabschnitt beginnen“, informiert Klaus-Dieter Graf aus dem Bauausschuss. Dann stehen die Sanierung der Fassade sowie die Stabilisierung des Giebelbereichs an, geleitet von Krekeler Architekten aus Brandenburg/Havel. Als dritten Bauabschnitt hofft die Kirchengemeinde die Treppe im Turm sanieren zu können, sobald genügend Geld dafür beisammen ist.

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Kommentar von Christian Ruch |

Schön, dass es der KG Perleberg gelungen ist, neue Glocken für ihre Kirche zu beschaffen. Unsere
KG Jäglitz-Nadelbach hat es 2015 auch geschafft, 3 Bronzeglocken für die Kirche in Wutike zu besorgen. Mehr oder weniger dank eines Zufalls, dass der damalige (?) Glockensachverständige Helmut Kairies bei uns zu Gast zum Kaffeetrinken gewesen ist. Ich selbst war dienstlich verhindert. Doch meine Frau erzählte ihm, dass wir auf der Suche nach neuen Glocken für die Kirche in Wutike waren. Herr Kairies ließ sich das durch den Kopf gehen. Er wüsste von einer entwidmeten Kirche in Berlin, die ihre Glocken "loswerden" wollte. Und es könnte für unsere Kirche in Wutike passen. So kam die Sache ins Rollen. Es passte alles gut zusammen, die neuen Glocken konnten eingebaut werden. Auf dem Kirchplatz ruhen nun die alten. Die Statik unserer Kirchen ist eigentlich nur für Bronzeglocken ausgelegt. So wird es auch der St.-Jacobi-Kirche in Perleberg guttun, wenn sie nur Bronzeglocken zu tragen hat, hoffentlich für die nächsten 500 bis 600 Jahre. Solange sollen Bronzeglocken halten im Gegensatz zu den Stahlgussglocken, die nur eine Lebensdauer von 90 bis 120 Jahre haben. Jede Kirchengemeinde ist zu beglückwünschen, die es schafft, Stahlgussglocken gegen Bronzeglocken auszutauschen. Mögen die neuen Glocken in Perleberg und an anderen Orten die Menschen einladen zum Gebet. Glocken haben eine wichtige Funktion. Ihr sonorer Klang wird in der Regel als sehr angenehm empfunden.

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