Kriegergedächtnismale in den Kirchen der Prignitz

von Ev. Kirchenkreis Prignitz

Im Mai 2020 wird im Regional- und Stadtmuseum Perleberg eine Ausstellung zu den Kriegergedächtnismalen in den Kirchen der Prignitz eröffnet.

In vielen Gotteshäusern der Prignitz befinden sich noch Gedächtnismale für die Gefallenen der Kriege des 19. und 20. Jahrhunderts: Befreiungskriege von 1813–1815, Reichseinigungskriege 1864, 1866 und 1870/71 sowie die beiden Weltkriege 1914–1918 und 1939–1945. Meist handelt es sich um Tafeln mit einer Widmung und den Namen der Gefallenen. Es gibt jedoch auch andere Denkmalformen wie zum Beispiel Fenster und Kronleuchter. Zu den Kriegergedächtnismalen gehören ebenso Kästen oder Tafeln für die Kriegsmedaillen der Veteranen. Auch Nagelbilder sind Denkmäler, die im Zusammenhang mit Kriegen entstanden sind.  

Diese vielfach einzigen in den Kirchen verbliebenen Denkmäler sind komplexe, in ihrer Aussage jedoch ambivalente Zeugnisse. Die Ausstellung möchte diese umstrittene Denkmalgruppe vorstellen und ihre Entstehungsgeschichte beleuchten. Handelt es sich um Denkmäler der Helden- und somit Kriegsverehrung? Oder wollen sie eher Mahnmale für den Frieden sein?

Die Ausstellung wird im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2020 „Krieg und Frieden. 1945 und die Folgen für Brandenburg“ gezeigt. Schwerpunkt werden demnach die Gedächtnismale sein, die nach 1945 entstanden sind. Vielleicht befindet sich ein solches Denkmal in Ihrer Kirche und sie können Näheres dazu sagen: Wann wurde es hergestellt? Wer hatte die Idee? Wer hat es finanziert? Wer hat den Inhalt bestimmt? Aus welchem Material besteht es? Wer hat es angefertigt?

Interessant für uns ist auch die Frage nach dem Umgang mit den historischen Gedächtnismalen für Gefallene in den Kirchen nach 1945. Wurden alte Gedächtnismale entfernt nach dem Krieg oder verändert? Wenn ja, welche? Wurden Denkmäler umgehängt, d.h. hat man ihnen einen neuen Platz zugewiesen? Hat man sie überhaupt beachtet? Welche Beweggründe gab es, sie zu erhalten oder zu entfernen?

Um diese Ausstellung anschaulich zu gestalten, werden Gedächtnismale exemplarisch gezeigt und analysiert. Eine breite Palette von weiteren regionalen und lokalen Zeugnissen soll helfen, die Zeiten lebendig zu machen, in der diese Denkmäler entstanden sind.

Wir wollen nicht zuletzt persönliche Schicksale vorstellen. Gezeigt werden sollen daher u.a. historische Fotos von gefallenen Soldaten und ihren Hinterbliebenen, die die Tragik des Tötens und Getötetwerdens viel näherbringen als große Überschriften. Präsentieren wollen wir auch Kriegsmedaillen und -auszeichnungen, Feldpostbriefe und -postkarten, Tagebücher, Chroniken, Zimmerdenkmäler und anderes mehr. Viele Mosaiksteine sollen helfen, ein komplexes Bild zu zeichnen. Für jede Informationen sowie für Leihgaben wären wir Ihnen daher sehr verbunden.

Falls Sie etwas zur Ausstellung beitragen wollen, nehmen Sie bitte per E-Mail: Dr.Mueller-Pfeifruck@web.de direkten Kontakt mit mir als Kuratorin auf.

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