Erhalt der denkmalgschützten Kirche in Alt Krüssow
von Ev. Kirchenkreis Prignitz

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wird das 1367 urkundlich erstmals erwähnte Krüssow über die Grenzen der nordwestbrandenburgischen Prignitz hinaus bekannt. Johann von Schlabrendorff (1501-1520 Bischof von Havelberg) stiftet und initiiert den Bau einer, für den kleinen Ort imposanten, Wallfahrtskapelle, die vermutlich an die Stelle einer kleinen Vorgängerkirche tritt, im Jahre 1520 geweiht und der Heiligen Anna gewidmet wird.
Die Kirche wurde als stattlicher Saalbau mit fast quadratischer Kapelle an der Nordseite und in einer für die Prignitz typischen Mischbauweise aus Feldsteinen und Backsteinen errichtet. Bereits während des Baus und vor allem nach der Fertigstellung entwickelt sich eine rasch aufblühende und wirtschaftlich sehr einträgliche Pilger- und Wallfahrtstradition, die zeitweise sogar in Konkurrenz zu den beiden großen Wallfahrtsorten der Prignitz, Bad Wilsnack und Heiligengrabe, steht.
Mit und nach Einführung der Reformation in Brandenburg ab 1539, fand die Krüssower Wallfahrt ein jähes Ende. Zur Rettung und dem Erhalt dieses bedeutenden Kirchenbauwerkes gründete sich am 20. August 2003 der Förderverein „Wallfahrtskirche Alt Krüssow e. V.“. Mit einem 2017 gestelltem und bewilligtem Förderantrag können nun verschiedene Maßnahmen in naher Zukunft umgesetzt werden.
Dazu gehören unter anderem die Erschließung und Erneuerung des Turmdaches, die Überarbeitung der Fassade, Fenster, Eingangstür, Glockenstuhl und Turmuhr sowie der Einbau einer Küche, eines Aufenthaltsraumes und barrierefreie Toiletten sowie der Aufbau einer Ausstellung zur Annenverehrung im Spätmittelalter. Dieses Vorhaben wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in Brandenburg und Berlin (LEADER) finanziert. Das Vorhaben wird mit ELER-Mitteln finanziert. Bewilligt wurden 273.172,71 €. Die Zuwendung wird als Anteilfinanzierung in Höhe von 75,00 v.H. zu den zuwendungsfähigen Gesamtausgaben in Höhe von 364.230,29 € in Form eines Zuschusses gewährt.
Weitere Informationen unter www.eler.brandenburg.de und www.ec.europa.eu/agriculture/index_de.htm.
Einen Kommentar schreiben