Wort zur Woche

von Pfarrer Andreas Deckstrom

„5 Euro ins Phrasenschwein!“

So heißt es jetzt wieder am Sonntagvormittag im Fernsehen, im „Doppelpass“. Die Bundesliga hat begonnen, der Ball rollt wieder. Und weil jede Aktion, jeder Schuss und jedes Foul sorgfältig analysiert und interpretiert werden muss, kommen Gäste im „Doppelpass“ zusammen, um ihre Sicht der Dinge mitzuteilen. Immer mit dabei ist auch das „Phrasenschwein". Dieses wird mit Geld „gefüttert“, wenn ein Gast seinen Vortrag mit einer bekannten Aussage „schmückt“, wie „der Ball ist rund“, „nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ und ähnlichem. Das Geld ist für einen guten Zweck bestimmt und die Gäste geben es auch gerne, mit einem Augenzwinkern.

Die Idee finde ich klasse, weil so auf humorvolle Weise auf „Phrasen“ hingewiesen wird. Diese gibt es natürlich nicht nur beim Fußball. Auch in anderen Bereichen wie Politik, Wirtschaft oder der Werbung begegnen uns „Phrasen“. Diese müssen nicht falsch oder unwichtig sein. Die Aussage, dass „nach dem Spiel vor dem Spiel ist“, ist sicher zutreffend. Ebenso kam man der Anmerkung zustimmen, dass „die Menschen von uns erwarten, dass gute Politik gemacht wird!“. Zur „Phrase“ werden solche Aussagen, wenn sie häufig getätigt werden, ohne konkrete inhaltliche Füllung und ohne Konsequenzen für das eigene Tun. So kann ich z.B. für den Klimaschutz sein, gleichzeitig aber mein Handeln nicht entsprechend ausrichten.

Die Gefahr, irgendwann Gefangene oder Gefangener der eigenen „Phrasen“ zu werden, ist nicht von der Hand zu weisen. Hier könnte ein „Phrasenschwein“ wie im „Doppelpass“ eventuell manchmal helfen. Zumindest überlege ich es mir vielleicht ein oder zweimal mehr, was und warum ich es sage. Sonst heißt es ganz schnell wieder: „5 Euro ins Phrasenschwein!“.

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