Moment Mal

von Pfarrer Valentin Kwaschik

Alles Gute!

Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst. Wie schön, dass wir beisammen sind, wir gratulieren dir Geburtstagskind. So wurde es mir kürzlich zugesungen, weil ich mal wieder ein Jahr älter geworden bin.

Wie schön, dass das wieder geht und wir beisammen sein können und gemeinsam feiern. Das hat gefehlt, fröhlich miteinander Kuchen zu essen, Kaffee zu trinken und fröhliche Lieder zu singen. Endlich kommt wieder zusammen, was zusammengehört: Ein schöner Anlass, fröhlich essen und trinken, beisammen sein und miteinander feiern.

Wie schön, dass du geboren bist... Warum feiern wir eigentlich Geburtstage? Älter werden wir alle von alleine. Und mancher mag das auch gar nicht so grandios finden und wird lieber zum x. Mal 19 Jahre alt. Forever Young!

Ich dagegen bin froh nicht mehr 19 zu sein. Manches wird mit der Lebenserfahrung auch leichter. Inzwischen ist spannend darüber nachzudenken, welche Geburtstage die größten Schwellen markierten? War es der 18. Geburtstag und die ersehnte Volljährigkeit? Oder wird es der 40. oder 60. Geburtstag sein? Eine Bekannte sagte gern: „Zwischen 80 und 90 war es etwas beschwerlich, aber jetzt geht’s wieder!“.

Es tut gut sich mit Freund*innen in Erinnerung zu rufen, was wir schon alles miteinander erlebt haben. Die Liedzeilen mal ganz wörtlich zu nehmen: Für welche gemeinsamen Momente bin ich dankbar? Was bekomme ich alles geschenkt, dadurch, dass es dich gibt?

Älter werden wir ganz von allein. Und doch ist es nicht selbstverständlich. Die Erfahrungen in der Pandemie legen nahe, wie angefochten unser Leben ist. Da sind alle guten Wünsche für Gesundheit, Kraft, Mut, Musik im Herzen, herzlich willkommen.

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein wurden Geburtstage nur bei Königen gefeiert. Es fehlte das Bewusstsein, dass jede*r individuell wichtig ist. Auch fehlte es an einer guten Verwaltung und guten Archiven, um individuelle Termine flächendeckend festzuhalten. Die weltweite Christenheit hat sich bis heute nicht auf ein gemeinsames Geburtsdatum von Jesus Christus festlegen können. So wurde der berühmteste Männergeburtstag mal im Dezember, Januar, April oder sogar Mai gefeiert. Egal wann, alle feiern diesen Geburtstag. Denn sie sind sich einig, dass Jesus mit seinem Leben diese Welt verändert hat.

Wichtig ist am Ende vielleicht nicht das genaue Datum für unsere Geburtstagsfeiern. Wichtiger mag sein, dass wir uns aneinander freuen. Dass wir uns gemeinsam erinnern, was wir aneinander haben. Dass es gute Wünsche gibt für ein weiteres Lebensjahr. Und dass Gott seinen Segen dazu gibt: Alles Gute!

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 4 und 3.