Moment Mal

von Pfarrer Valentin Kwaschik

Gott sei Dank – es geht mir gut!

Es wird wieder ruhiger auf den Straßen. Die großen Erntemaschinen werden weniger. Die Arbeit ist so gut wie getan. Der Herbstregen kommt und Landwirte und Hobbygärtner*innen beginnen zu hoffen, dass die nächste Saat eine Chance hat.

Die Ernte in diesem Jahr ließ zu wünschen übrig. Der Bauernverband verzeichnet einen Rückgang zur durchschnittlichen Getreideernte von 20013-2017 um ca. 6%. Besonders hoch sind die Ausfälle bei Winterraps und Gemüse. Auch andere Fruchtsorten sind betroffen. Das zeigt sich im eigenen Garten: Letztes Jahr sind die Apfelbäume fast unter ihrer Last zerbrochen, dieses Jahr freue ich mich über einige wenige Äpfel.

Wie sieht Ihre eigene Erntebilanz aus? Und welche Gedanken gehen ihnen durch den Sinn angesichts der vergangenen Extremwetterlagen?

Ich bin kein landwirtschaftlicher Experte. Ich sehe nur und bin erstaunt, was der Garten trotz schwieriger Wetterlagen immer noch hergibt: Gerade ernte ich Rucola, Spinat, Kürbis und immer noch einige Tomaten. Ich bin froh, regionales Gemüse kaufen zu können, aber wenn doch einmal regionales Gemüse nicht erwerbbar ist, greife ich gerne zum Biogemüse aus der Ferne. Ich freue mich, dass es Spezialisten gibt, die für leckere Dinge auf meinem Teller sorgen. Genug zu essen ist immer da. Es geht es mir gut.

Genießen, was da ist! Das ist für mich eine erstrebenswerte Lebenshaltung. Ich merke, dass diese Grundhaltung mir die Augen öffnet für so viele Möglichkeiten im Leben. Das lässt mich dankbar werden. Als Christ richte ich diesen Dank an Gott. Dank für alle fleißigen Arbeiter und Arbeiterinnen in der Landwirtschaft. Dank für unfallfreies Arbeiten. Dank für gute Ideen, mit Dürre und anderen Herausforderungen umzugehen.

Danken öffnet mir mein Herz und schärft meine Sinne. Wie reich bin ich beschenkt nicht nur mit dem, was täglich auf dem Tisch steht. Auch mit Gesundheit, Freunden, Familie, Musik, Sport, Lachen… und auch Beistand in schwierigen Situationen, Menschen, die an mich denken, Besuchen an einsamen Tagen…

Ob Sie wohl einstimmen mögen in solchen Dank? Wenn nicht, hilft es vielleicht, mal miteinander drüber zu sprechen: Mal nicht die Sorgen zum Thema zu machen, sondern das Gute, was da ist. Am Ende des Tages ist es das, was gut tut: Vertrauen, dass Gutes möglich ist.

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