Spannende Kirchbaufahrt

von Ev. Kirchenkreis Prignitz

Bei schönstem Herbstwetter haben sich am vergangenen Samstag rund 30 Interessierte auf den Weg gemacht, um während der Kirchbaufahrt Kirchen und Kapellen in den Sprengeln Bad Wilsnack und Rühstädt zu entdecken.

Normalerweise lädt der Bauausschuss zweimal im Jahr zur Kirchbaufahrt durch den Kirchenkreis. Diese mehrstündige Tour ermöglicht, dass die Mitglieder des Bauausschusses sowie andere Interessierte vor Ort mit Pfarrern, Vertretern der Gemeindekirchenräte und engagierten Personen in Kontakt kommen und erfahren, wie es baulich vorangeht und wo es Probleme gibt.

Erster Stopp der Kirchbaufahrt war Groß Werzin im Pfarrsprengel Bad Wilsnack. Eine kleine Fachwerkkirche, die sich durch eine Gruftanlage auszeichnet. Die Kirche soll in den nächsten Jahren zu einer Ausstellungskirche werden, die sich dem Gedenken an die Toten widmet. In Groß Werzin wurden über 30 Totenkronen gefunden, auf denen unverheirateten jungen Verstorbenen gedacht wurde. Auf jenen Konsolen hat man die Beigaben beim Ledigenbegräbnis in den Kirchen ausgestellt.

Der zweiter Stopp war die Kirche in Quitzöbel im Pfarrsprengel Rühstädt. Hier wurde in den vergangenen Jahren erfolgreich viel saniert. Aktuell ist der Kirchturm aber Feuchtigkeitsschäden ausgesetzt, wo die Gemeinde aktiv werden will und muss. Die Quitzöbeler Kirche mit dem prächtigen Staffelgiebel im Osten und Norden stammt von ca. 1520. Die Südseite und der Kirchturm sind beim eingreifenden Umbau im Jahre 1876 entstanden. Fachkundig erzählte Lothar Idel vom Gemeindekirchenrat viel über die Kirche, so ist etwa schon Theodor Fontane den Mittelgang der Kirche entlanggegangen, und auf den 34 Meter hohen Turm gestiegen, von wo er aus in Richtung Elbe schaute und die Dampfer sah.

Der dritte Stopp der Kirchbaufahrt war die Kirche in Lennewitz. Die heutige Dorfkirche entstand bis 1910 nach Plänen des Architekten Georg Büttner - ein Meisterwerk des ländlichen Heimatsstils, der bewusst bäuerliche Traditionen und Motive in eine eigene architektonische Formsprache umsetzte. Innen hat die Kirche eine offen kassettierte Holztonnendecke mit Unterzügen. Sehr schön auch die Glasfenster mit ländlichen Szenen und den Namenspatronen der ansässigen Familien. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1877 von Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock. Andreas Haufe aus dem Gemeindekirchenrat erzählte wie zu DDR-Zeiten wurde die Bauunterhaltung der Kirche vernachlässigt wurde, so dass die Kirche seit Mitte der 1970er Jahre nicht mehr benutzt werden konnte und sich nach der Wende in einem desolaten Zustand befand. Durch das unermüdliche Engagement von Kirchenältesten und mit Unterstützung des Bad Wilsnacker Superintendenten, durch viele private Spenden, Gelder von der Landeskirche und dem Denkmalschutz konnte zunächst 1993 die Bausubstanz von Grund auf saniert werden. 2004 wurde auch das Innere in ursprünglicher Schönheit wieder hergestellt.

Die letzte Station der Kirchbaufahrt war die beeindruckende Wunderblutkirche St. Nikolai in Bad Wilsnack. Pfarrerin Anna Trapp und GKR -Mitglied Christian Richter informierten über die Maßnahmen an dem Denkmal nationaler Bedeutung. In der Sakristei und der Wunderblutkapelle konnte schon viel erreicht werden, und bald werden dort hoffentlich die neuen kunstvollen Fenster eingebaut werden können. Die kunstvollen Fenster von Leiko Ikemura, werden voll Vorfreude erwartet und sollen im kommenden Jahr, Dank der Unterstützung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und der Sparkasse Prignitz, eingebracht werden.

Zur Stärkung und zum Abschluss folgte der obligatorische Kaffee und Kuchen - sehr lecker gebacken vom Pilgercafé. Dies öffnet bald direkt gegenüber der Wunderblutkirche!

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