850 Jahre Domweihe Havelberg

von Ev. Kirchenkreis Prignitz

In diesem Jahr ist es genau 850 Jahre her, dass der Havelberger Dom in einem festlichen Akt unter Anwesenheit mehrerer Fürsten geweiht werden konnte. Die evangelische Kirchengemeinde Havelberg lädt zu daher zahlreichen Veranstaltungen ein, dieses Jubiläum zu begehen.

Erste Einblicke in das Jubiläumsjahr gibt Pfarrer Frank Städler:

Der Rossower Altar

Die erste Veranstaltung im Jubiläumsjahr wird ein Gottesdienst sein, den wir am Palmsonntag, den 5. April, um 10.00 Uhr im Dom feiern wollen. Wir sitzen dann vor einer Fotonachbildung des historischen Marienaltars in Originalgröße. Der sogenannte „Rossower Altar“, der heute im Dorf Rossow, nahe Wittstock in der dortigen Kirche zu sehen ist, war einst der Havelberger Hochaltar. Bis etwa 1607 stand er an der Stelle des heutigen barocken Johannesaltars mit Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten an den Seiten und der Abendmahlsdarstellung als Ölbild im Zentrum. Die Neuanfertigung im 17. Jahrhundert war sicherlich dem Bedürfnis neuer evangelischer Frömmigkeit und neuer Bild- und Formensprache geschuldet. So ist in der evangelischen Kirche das Heilige Abendmahl eines von zwei Sakramenten (vorher waren es sieben). Ist die Taufe einmalig, so wird das Abendmahl wiederholt gefeiert, in unserer Gemeinde heute 1x im Monat. Da die anderen Sakramente (Priesterweihung, letze Ölung, die Ehe etc.) weltliche Dinge sind, sollte – so vermute ich – die Feier des Abendmahles einen besonderen Platz im Dom bekommen. Genau dort, wo vor der Reformation keine Laien mitfeiern durften, sondern nur die Chorherren, dort, vor dem großen, neuen barocken Altar, dürfen seitdem alle Gemeindeglieder Abendmahl in beiderlei Gestalt (Brot und Wein) feiern.

Was soll nun eine Nachbildung des spätgotischen Marienaltars vor dem evangelischen Altar? Die Nachbildung soll die wechselvolle Geschichte des Domes zeigen. Von 1170 (Weihe des Domes) bis 1561 (Anerkennung der Evangelischen Brandenburgischen Kirchenordnung) war der Dom katholisch. Das sind 391 Jahre. Seit 1561 ist der Dom evangelisch. Das sind bis heute 459 Jahre. Um diese Geschichte zu zeigen, steht der ältere Altar vor dem neueren. Außerdem feiern wir im Jubiläumshalbjahr wöchentliche Marienandachten. Eine kleine Ausstellung auf Pappkartons der Evangelischen Kirche Deutschland –Maria, bei deinem Namen gerufen- zeigt die Bedeutung Mariens, auch in neuerer evangelischer Frömmigkeit. Am Palmsonntag nun werden wir das erste Mal der Öffentlichkeit diesen Marien-Foto-Altar zeigen und im Gottesdienst bedenken. Übrigens, der Dom heißt seit 850 Jahren Dom St. Marien.

Ausstellung von Walter Green, Skulpturen zum Befassen [17. Mai bis 27. Sept. 2020]

Am 17. Mai feiern wir einen weiteren, besonderen Gottesdienst im Rahmen des Jubiläums. Der Künstler Walter Green stellt etwa 20 Skulpturen zum Anfassen und drüber Nachdenken im Dom aus. Die Eröffnung der Ausstellung findet im Anschluss an den Gottesdienst statt. Sicherlich wird das eine oder andere Thema, das durch die Skulpturen angesprochen wird, in einem Gottesdienst im Sommer aufgenommen.

„Es werden Empfindungen und Erfahrungen angesprochen, die jedem von uns bekannt sind. Wer sich der Botschaft öffnet, kann sich in eigene Räume führen lassen. Die Skulpturen wirken dabei wie Meeresschnecken, die wir uns an das Ohr halten. Sie erzählen uns rauschend von ihrem Leben, und doch ist es unser eigenes Blut, das wir darin vernehmen.“ Walter Green.

Predigtreihe „Die Heiligen und Wir“ im Dom

In diesem Jahr sind 6 Gedenktage der Apostel Thema einer Predigtreihe „Die Heiligen und Wir“. Ist das ein evangelisches Thema oder ein eher katholisches? Man kann sich aber auch fragen, in welchem Verhältnis die Heilige christliche Kirche und die Gemeinschaft der Heiligen zu den Aposteln stehen. Oder aber, in welchem Verhältnis wir zu den Aposteln stehen und was wir mit dem Thema heilig zu tun haben? Zählen wir tatsächlich zur Gemeinschaft der Heiligen oder sind damit die Verstorbenen gemeint?

Ich freue mich, dass Superintendenten der Region, unsere Generalsuperintendentin und Pater Andreas aus Magdeburg predigen werden. Seien Sie dabei! Den Anfang macht der Letztgenannte am Sonntag Exaudi, 10.00 im Dom. Sein Thema: die Apostel Philippus und Jacobus der Jüngere.

Datum Thema Prediger*in
24. Mai, 10.00 Uhr Philippus und Jacobus der Jüngere Pater Clemens, Prämonstratenser MD
28. Juni, 10.00 Uhr Petrus und Paulus Generalsuperintendentin Heilgard Asmus, Sprengel Potsdam
5. Juli, 10.00 Uhr Heimsuchung Mariae Superintendent Matthias Puppe, Kirchenkreis Wittstock-Ruppin
12. Juli, 10.00 Uhr Jacobus der Ältere Superintendent Michael Kleemann, Kirchenkreis Stendal
6. September, 10.00 Uhr Bartholomäus Dompfarrer Frank Städler, Pfarrsprengel Havelberg
13. September, 10.00 Uhr Simon und Judas Superintendentin Eva-Maria Menard, Kirchenkreis Prignitz

Festgottesdienst [16. August 2020, 12.00 Uhr]

Am 16. August wird ein großes Kirchenfest im und am Dom stattfinden. Den Auftakt für den Festtag bildet der Gottesdienst um 12.00 Uhr, die Predigt hält der Bischof unserer Landeskirche, Dr. Christian Stäblein.

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