Wort zur Woche

02.03.2019 08:00 von Dr. Elisabeth Hackstein

Frieden in Gefahr

„Nicht die Texte der Bibel, die ich nicht verstehe, verstören mich, es sind die Texte, die ich verstehe.“ Nein, das hat kein bedeutender Theologe gesagt. Mark Twain, Buchautor und scharfzüngiger Gesellschaftskritiker hat uns diese bemerkenswerten Worte hinterlassen.

Und Ja, es gibt Bibelstellen, die auch mich verstören und tief berühren, weil sie den Finger in die Wunden der heutigen Zeit legen, auch wenn sie Jahrtausende alt sind.

Wenn wir allmorgendlich unsere Zeitung lesen, springt es uns geradezu an. Unsere Welt wird unsicherer. Jahrzehnte alte Abkommen wie der INF-Vertrag zwischen den USA und Russland, der einen Verzicht auf landgestützte atomare Mittelstreckenraketen vereinbarte, werden aufgegeben. Und das übliche Spiel von Schuldzuweisungen und deren Zurückweisungen zeigt uns, dass der sogenannte „Kalte Krieg“ wieder an Fahrt aufnimmt. Trotz einer Zeit der politischen Entspannung ist der Frieden noch immer ein zerbrechliches und gefährdetes Gut. Und trotz aller Beteuerungen, dass es darum gehe, bessere Verträge auszuhandeln, setzen die Mächtigsten der Welt wieder mehr auf militärische Abschreckung denn auf Friedensverträge. Schon jetzt wird darüber diskutiert, auch auf amerikanischen Militärbasen in Deutschland neu entwickelte atomare Mittelstreckenraketen zu stationieren.

„Bibelstellen, die ich verstehe, verstören mich“, sagte Mark Twain. Vielleicht hat er an den Propheten Micha gedacht: „Gott wird unter vielen Völkern richten und mächtige Nationen zurechtweisen in fernen Landen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“

Michas Worte „Schwerter zu Pflugscharen“ waren Leitbild für die Abrüstungsinitiativen in der ehem. DDR und für die Friedensbewegung in Westdeutschland. Sie bringen auf den Punkt, was dem Frieden dient: Die Waffen aus der Hand legen und sich mit Herz und Hand, mit Forschergeist und Empathie für ein Leben in Frieden stark zu machen.

Vor 40 Jahren sind Hunderttausende auf die Straße gegangen, haben die Logik der Abschreckung durch Waffengewalt infrage gestellt und ein Leben in Frieden und Sicherheit eingefordert. Mir sagt Micha: Es ist wieder an der Zeit, dass Menschen gegen Aufrüstungspläne auf die Straße gehen und laut neue Friedensverträge einfordern. Ich bin dabei.

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