Wort zur Woche

05.01.2019 08:00 von Pfarrer Daniel Feldmann

Suche Frieden und jage ihm nach! (Psalm 34,15)

Das Jahr 2019 hat begonnen. Ganz neu und unverbraucht liegt es vor uns und wir erbitten Gottes Segen dafür. Wir Menschen brauchen für unser Leben feste Rhythmen und Rituale. Im Rhythmus des Jahres planen wir Familienfeiern, Urlaube oder Feste. Stellt man sich das Jahr als Sanduhr vor, so rinnen nun die ersten Sandkrümel hindurch. Wenn alles durchgelaufen ist, können wir die Uhr wieder umdrehen und alles geht von vorne los. Und doch nehmen wir etwas mit ins neue Jahr, mag es nun positiv oder negativ sein. Am Sand der Sanduhr haften Erinnerungen und Wünsche. Wenn wir nun in unseren Erinnerungen kramen und noch einmal Rückschau halten auf das Jahr 2018, dann fallen uns sicherlich ganz unterschiedliche Dinge ein: Familienfeste oder berufliche Glanzpunkte, ein neu geborenes Familienmitglied, ein neu gebautes Haus oder ein gut abgeschlossenes Projekt. Voller Dankbarkeit können wir auf das alte Jahr zurückschauen und Gott für seine gnädige Führung danken.

Neben den schönen Erinnerungen haben wir aber ganz sicher auch Dinge, die uns belasten und die Erinnerung an das vergangene Jahr 2018 trüben. Manches möchten wir gerne mit dem Jahreswechsel abschließen, weil es uns belastet und beschwert: Sterbefälle in der Familie, Ängste, Konflikte, Krankheiten und vieles mehr…

Weltpolitisch gesehen war 2018 ein Jahr mit vielen unterschiedlichen Facetten.

Da war beispielsweise der Brexit, die langen Verhandlungen über die Große Koalition auf Bundesebene, der heiße Sommer, der uns zum Schwitzen brachte, zwölf thailändische Jugendfußballer, die aus einer Höhle gerettet wurden, die deutsche Fußballnationalmannschaft, die in der Vorrunde der WM ausschied, die weltweit zunehmende CO2- Emission. Es herrscht Krieg und Vertreibung in Syrien, im Jemen und an anderen Orten der Welt. Die Liste ließe sich sicherlich noch fortsetzen. Wir haben das Jahr 2019 begonnen und in diesem Anfang schlummert eine tiefe Sehnsucht. Die Jahreslosung macht es deutlich: Suche Frieden und jage ihm nach! In uns Menschen ist eine tiefe Sehnsucht verankert. Wir suchen Frieden, obwohl wir oft nicht in der Lage sind friedlich zu handeln und zu leben. Aber dennoch ist dieses Bild da, dass uns vorantreibt und nach dem wir uns in manchen Stunden unseres Lebens verzehren. Wir brauchen Frieden, wie die Luft zum Atmen. Wir sehnen uns nach Frieden in den Familien, in den Dörfern und Städten, zwischen Menschen und Tieren sowie den Ländern der Erde.

Möge Gott unsere Erfahrung bündeln und uns immer klüger werden lassen, so dass wir Frieden halten auf dieser Erde.

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