Moment Mal

11.03.2019 08:00 von Pfarrerin Anna Trapp

„Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“

Na, heute schon geflunkert, geschwindelt, vertuscht, oder einfach nicht ehrlich gesagt, was du wirklich gedacht hast? 40 Tage Challenge: Schaffst du es, nicht zu lügen? Das Motto der Fastenaktion der Ev. Kirche ruft dazu auf, in diesem Jahr dieses mutiges Experiment zu wagen. Ob das gut geht?

Viele Menschen sind überzeugt, dass man auf Fragen wie „Hat es geschmeckt?“ oder „Wie sehe ich aus?“ mit einer Lüge antworten dürfe. Gefälligkeitslügen helfen dabei Konfrontationen zu vermeiden. Es ist eine Art höflicher Reflex, wenn die Wahrheit vielleicht unnötig wehtun oder gar schaden könnte. Ich finde das sehr spannend. Denn auch ich lüge öfter als es mir bewusst ist und manchmal, ich gebe es zu, auch ganz bewusst. Nun soll es also darum gehen, einmal ganz bewusst darauf zu achten, ob ich auch meine, was ich sage und sage, was ich meine.

Die große Angst, die hinter meiner Lüge steckt, ist, dass meine Wahrheit verletzend sein könnte und zu einem Beziehungsbruch führt. Meine Lüge traut meinem Gegenüber nicht zu, meine Wahrnehmung als persönlichen Eindruck stehen zu lassen. Meine Lüge ist so narzisstisch, zu glauben, dass mein Urteil über z.B. den Geschmack des Essens für mein Gegenüber so wichtig ist, dass es unbedingt positiv ausfallen muss. Das sagt mehr über mich als über das salzige Kartoffelpüree aus. Wenn ich glaube andere belügen zu müssen, tue ich das vielleicht auch, weil ich mich selbst von positiven, wertschätzenden Urteilen anderer abhängig fühle.

Wenn ich aber z.B. mir meines eigenen Wertes und meiner Leistung bewusst bin, selbst damit zufrieden bin und mich grundsätzlich geliebt und wertgeschätzt weiß, dann fällt es mir leichter auch Kritik wegzustecken, oder sogar einfach nur stehen zu lassen. Wir sind ein bunter Haufen, unterschiedlich in Geschmack und Gaben. Da sollte es nicht an meinem Selbstbild kratzen, wenn du meine Schuhe für den Gottesdienst unpassend findest. Und wenn ich das nächste Mal gefragt werde „Wie geht es dir?“, dann traue ich dir zu, diese Frage auch ehrlich zu meinen und werde dir mehr antworten als „Gut. Und selbst?“

In den nächsten 7 Wochen werde ich meine Komfortzone vielleicht ein ums andere Mal verlassen, mit dir und mir die Wahrheit wagen. Ich werde versuchen, mich selbst nicht zu belügen und mit dir ehrlich zu sein. Es gibt nicht nur eine Wahrheit – und ich bin gespannt, deine und meine ins Gespräch zu bringen. Das könnte doch etwas sehr Erlösendes sein, oder?

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