Moment Mal

24.12.2018 08:00 von Superintendent i.R. Peter Heß

Ein Gott, dem ich vertrauen kann!

Was ist denn da los an Weihnachten? Was ist denn da los am Heiligen Abend, in der Heilig Nacht? Was war denn da los vor mehr als 2000 Jahren? Was für ein Aufsehen, eine Unuhe und Hektik! Schon damals war es so und wir erleben heute nichts anderes. Was für ein Aufwand! Himmel und Erde sind in Bewegung. Damals jedenfalls war es so. Und heute...?

Ja, die Erde ist in Bewegung. Sicher auch wegen unserer unermüdlichen Weihnachtsvorbereitungen. Es solle ja einfach schön werden. Es soll sich Freude ausbreiten. Die Kinder, aber auch wir Erwachsenen sollen leuchtende Augen bekommen. Sicher werden Sie auch heute wieder diese unglaubliche Geschichte von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem hören, oder als Krippenspiel sehen. Der Die Bibel sagt: Gott hat lange vorgeplant. Bethlehem, ein Kind, die Hoffnung der Welt, so lesen wir es.

Die Bibel sagt: Er heißt: Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst! Das sind gewaltige Aussagen über diesem Kind. Aber wir wissen, dass es zum dem Mann wurde, der sich in Liebe denen zugewandt hat, die gescheitert waren, denen Enttäuschungen und die Verluste von Kraft, Gesundheit und Menschen  nicht erspart blieben. Am Ende hing er am Kreuz und hat die Schuld und Ungerechtigkeit einer ganzen Menschheit getragen, auch UNSERE.

So verstehe ich die Botschaft der Engel in der Heiligen Nacht in ihrer ganzen Tragweite: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Wir werden es auch überall singen „Christ der Retter ist da“!

Ich will mich nicht daran gewöhnen, wenn ich diese Geschichte lese, höre oder auch erzähle.

Es soll nicht zur Gewohnheit werden und seine Leuchtkraft verlieren. Ich will nicht aufhören zu staunen, wie Gott seine Liebe verschenkt.

Wer will das auch verstehen? Ein Kind soll die große Veränderung bringen? Ein Kind soll die Welt heilen (Heiland)? Ein Kind soll der Held Gottes, soll der Fürst des Friedens sein? Ein Kind soll die nie endende väterliche Liebe Gottes bringen? Diesem Gott, der sich so zart und verletzlich als Kind unter uns Menschen mischt, kann ich vertrauen.

Diesem Gott traue ich nur Gutes zu. Der Gott, der sich den Schwachen zuwendet, der sich für eine Welt ans Kreuz nageln lässt, zum Sündenbock wird, dem kann ich vertauen.

Eine kleine Geschichte zum Schluß:

Mit den Hirten kam auch der achtjährige Jonathan in den Stall von Bethlehem. Als er das Kind sah, traten dem Jungen Tränen in die Augen. Warum weinst du?, fragte das Jesuskind. Weil ich dir nichts mitgebracht habe. Du kannst mir etwas schenken, entgegnete Jesus. Schenk mir deine letzte Klassenarbeit. Da erschrak Jonathan. Jesus, flüsterte er zurück, da hat doch der Lehrer darunter geschrieben: Ungenügend! Du sollst mir immer das bringen, wo in deinem Leben Ungenügend drunter steht. Ich möchte noch ein Geschenk, dein Teeglas. Das habe ich doch heute morgen zerbrochen. Bring mir immer das, was du im Leben kaputt gemacht hast. Nun der dritte Wunsch: Bring mir die Antwort, die du deiner Mutter gegeben hast, als sie nach dem Teeglas fragte. Jonathan weinte. Ich, ich…, sagte, dass das Teeglas herunter gefallen ist, habe es absichtlich vom Tisch gestoßen. Bring mir all Lügen, alles Böse, was du denkst oder tust, sagte Jesus. Ich will dir vergeben und helfen und davon freimachen. Da staunte Jonathan, und sein Herz war voll Freude.

Ihnen ein gesegnetes Christfest!

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